Durch die Einführung des Arbeitslosengeldes II (Alg II) zum Jahresbeginn 2005 und die damit verbundene Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik ergeben sich Veränderungen bei der statistischen Erfassung von Arbeitslosigkeit. Die der breiten Öffentlichkeit bekannten Kennziffern des Arbeitsmarktgeschehens verlieren an Erklärungskraft.
Der Beitrag gibt einen Überblick über die mit dem Systemwechsel verbundenen Veränderungen in Bezug auf die Hilfebedürftigkeit (Arbeitslosenhilfe- und Sozialhilfeempfängerinnen vor und Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen nach der Reform) und auf die registrierte Arbeitslosigkeit. Der deutliche und in der Öffentlichkeit heftig diskutierte Anstieg der Arbeitslosigkeit unmittelbar nach dem Systemwechsel hängt unter anderem damit zusammen, dass nun alle erwerbsfähigen Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen. Außerdem geht die Bundesagentur davon aus, dass schon vor der Umstellung Anspruchsberechtigte in der Sozialhilfe, die diese jedoch nicht beantragt hatten, jetzt erstmals Leistungen in Anspruch nehmen.
Mit Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) werden die Veränderungen der Arbeitslosigkeit differenziert nach verschieden Merkmalen vorgestellt. Dabei wird deutlich, dass es erhebliche Gender- und Ost- West-Unterschiede gibt.
Alexandra Wagner