Das Projekt MonApoli hat bereits in früheren Veröffentlichungen problematisiert, dass Ein-Euro-Jobs zum am häufigsten eingesetzten arbeitsmarktpolitischen Instrument geworden sind, und darauf auf-merksam gemacht, dass es Indizien für einen häufig nicht sachge-mäßen Einsatz gibt. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen diese Einschätzung.
Aktuelle Forschungsergebnisse des IAB liefern umfangreiches empi-risches Material zum Einsatz der Ein-Euro-Jobs. Dabei wurde festge-stellt, dass in fast der Hälfte aller Betriebe mit Ein-Euro-Jobs min-destens ein Teil dieser Zusatzjobs die gesetzlichen Voraussetzun-gen für ihre Einrichtung nicht erfüllt und dass Substitutionen regulärer Arbeit durch Ein-Euro-Jobs in nicht zu vernachlässigendem Umfang stattfinden. Soweit Substitutionen stattfinden, wird sich der Personalabbau nach Auffassung der Forscherinnen künftig eher noch verstärken.
Mehr als die Hälfte der Ein-Euro-Jobs werden in Ostdeutschland angeboten. Während zum Zeitpunkt der Befragung in Westdeutsch-land auf einen Ein-Euro-Job knapp 11 arbeitslose SGB II-Empfän-ger/innen kamen, waren es in Ostdeutschland nur vier bis fünf. Erklärungsfaktoren dafür sind die höhere Arbeitslosigkeit in Ost-deutschland und der daraus resultierende höhere Bedarf an geför-derter Beschäftigung, die höhere Qualifikation der ostdeutschen Langzeitarbeitslosen, die höhere Nachfrage ostdeutscher Betriebe nach Zusatzjobbern sowie die in Ostdeutschland besonders ange-spannte finanzielle Lage öffentlicher Haushalte.
Der überwiegende Teil der Betriebe bescheinigt den Ein-Euro-Job-ber/inne/n eine hohe oder befriedigende Arbeitsmotivation, wobei diese Einschätzung in Ostdeutschland positiver ausfällt als in West-deutschland. Rund 44 vH der bisher in Ein-Euro-Jobs beschäftigten Personen wurden von den Betrieben für geeignet für eine ungeför-derte Beschäftigung befunden. Dennoch haben auch diese Personen nur äußerst geringe Chancen, tatsächlich in ein ungefördertes Beschäftigungsverhältnis übernommen zu werden.
Für mehr als ein Viertel der bisher in Ein-Euro-Jobs beschäftigten Personen bestehen aus betrieblicher Sicht kaum Möglichkeiten für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Im Westen liegt ihr Anteil mit 42 vH dreimal so hoch wie im Osten (14 vH). Als Grund für die Nichteignung nannten die Betriebe am häufigsten die mangelnde berufliche Qualifikation.