In den letzten Monaten werden immer wieder Erfolgsnachrichten für den Arbeitsmarkt vermeldet. Die Arbeitslosenzahlen sinken, und die Zahl der Erwerbstätigen und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt. Aber was sagen die Zahlen wirklich?
Festzuhalten bleibt: Der aktuelle Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist überwiegend konjunkturell bedingt und kann schwerlich als Erfolg der Arbeitsmarktreformen interpretiert werden. Zwar hat die Arbeitsmarktpolitik auch zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit beigetragen, jedoch teilweise auf die zweifelhafte Weise der Ausweitung von Ein-Euro-Jobs und nicht Existenz sichernder Beschäftigung.
Eine sinkende Arbeitslosenquote ist für sich genommen kein ausreichender Indikator für arbeitsmarktpolitischen Erfolg, da auch qualitative Fragen betrachtet werden müssen. Die Arbeitslosenquote gibt bestenfalls näherungsweise Auskunft über das Ausmaß des Arbeitsplatzdefizits und der gesamtwirtschaftlichen Unterbeschäftigung. Gesetzliche Regelungen zum sozialrechtlichen Status der Arbeitslosigkeit führen sowohl zu ihrer Unterzeichnung als auch zu ihrer Überzeichnung.
Qualitativ gute Arbeitsmarktpolitik muss sich daran messen lassen, ob sie den Arbeitsuchenden den Weg in nachhaltige und existenzsichernde Beschäftigung erleichtert. Insofern bedarf es zur Messung des arbeitsmarktpolitischen Erfolgs weiterer Indikatoren.